Massenmedien in Deutschland

Massenmedien

Einleitung

Bei einschneidenden Ereignissen wie dem 9. Nov.r 1989 oder dem 11. Sept.r 2001 wird schlaglichtartig der Stellenwert der Medien für das politische Geschehen und die Kräfteverhältnisse deutlich – von der bewegenden Kraft der Bilder bis zum Kampf um die öffentlichen Deutungsmuster. Nicht nur bei derartigen Zäsuren, auch im politischen Alltag bilden Medien einen Faktor von zentraler Bedeutung. Dies wird in der politischen Analyse nicht immer hinreichend berücksichtigt.

1. Zu den Begriffen (Massen-)Medium und (Massen-)Kommunikation

Unter einem Medium wird ein Mittler verstanden – ein Instrument wie der Brief oder das Radio, mit dem Zeichen übermittelt und Kommunikation ermöglicht wird. Zeichen sind Repräsentanten von Welt, die nach Maßgabe des jeweiligen Zeichensystems gebildet werden – z.B. eine Straßenkarte oder eine chemische Formel. Kommunikation ist eine elementare soziale Beziehung, die sich durch den geregelten Austausch von Zeichen zwischen mindestens zwei Akteuren ergibt, z.B. in Form eines Streitgesprächs oder eines Fernstudienkurses. Öffentlich ist eine Kommunikation, die allgemein zugänglich ist. Von ihr kann prinzipiell niemand ausgeschlossen werden; von daher wird zumindest die Möglichkeit der Beobachtung immer unterstellt („Öffentlicher Raum“). Voraussetzung und Ergebnis öffentlicher Kommunikation ist ein allgemein geteiltes Wissen, dessen Kenntnis generell unterstellt wird – im Unterschied zu privatem und geheimem Wissen („Öffentliche Meinung“). Eine spezifische Form der öffentlichen Kommunikation ist die Massenkommunikation. Sie wird durch Massenmedien ermöglicht. Diese bieten organisierten Kommunikatoren die Möglichkeit, ein unbegrenztes verstreutes Publikum zu erreichen, und umgekehrt erlauben sie den Mitgliedern des Publikums, zwischen zeitlich, räumlich, sachlich und sozial differenzierten Kommunikationsangeboten zu wählen. Ansonsten sind bei dieser Konfiguration die Möglichkeiten der Rückkopplung stark eingeschränkt. Die Entwicklung der Massenmedien ist dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen Aufwand und Leistung sich in großen Sprüngen verändert. Vom gedrucktem Buch und periodischen Druckschriften über Massenpresse, Tonträger, Film, Hörfunk und Fernsehen bis zu WWW und UMTS – mit den jeweils neuen Medien wird ein immer größeres Publikum in öffentliche Kommunikation einbezogen. In diesen Entwicklungsschüben verknüpfen sich technische Umwälzungen mit Veränderungen in den Zeichensystemen und in den sozialen Beziehungen. So kann die Mediengeschichte auch als ein komplexer Prozeß der sozialen Differenzierung gelesen werden – mit der Herausbildung von funktional und hierarchisch gegliederten Organisationen (z.B. Redaktionen), der Professionalisierung von kommunikativen Rollen (z.B. Pressesprecher) und der Verwissenschaftlichung von Tätigkeiten (z.B. Marktforschung). In dieser Entwicklung verschwindet kein Medium; vielmehr verändern sie ihr funktionales Profil, wie mit dem Hörfunk, aber auch mit der Steintafel illustriert werden könnte. Mehr…

 

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